Buchimport und -export
Rechte und Lizenzen
Bei den Übersetzungen gab es im vergangenen Jahr wenig Bewegung. Rechnet man Erst- und Neuauflagen zusammen, sind 2009 gut 11.800 Übersetzungen auf den Markt gekommen. Das entspricht einem Anteil von 12,7% an der gesamten Titelproduktion.
Im Jahr davor waren rund 11.900 Bücher aus anderen Sprachräumen ins Deutsche übertragen worden, der Anteil an allen Neuerscheinungen fiel mit 12,6 % etwas geringer aus als 2009. Unangefochten an der Spitze liegen die Übersetzungen aus dem Englischen: 64,9 Prozent aller Titel, die aus anderen Sprachen übertragen wurden, kommen mittlerweile aus dem angloamerikanischen Sprachraum. Rein prozentual betrachtet ist das eine ziemlich beeindruckende Karriere. Denn vor fünf Jahren waren es noch 56,8 % - also knapp 12 % weniger. Auf Platz zwei im Übersetzungsranking folgen mit großem Abstand Bücher aus dem Französischen – diesmal mit leichten Verlusten beim Marktanteil, aber Zugewinnen bei den absoluten Zahlen. 10,2 % der Übersetzungen kamen aus dem Nachbarland. Die Bronzemedaille gehört einem Überraschungsgast: Dem Japanischen, das Italienisch vom dritten Rang verdrängt hat.
Die asiatische Sprache ist zwar durchaus Stammgast in den Top 10, platzierte sich 2009 allerdings zum ersten Mal so weit vorn, mit erstaunlichen Zuwachsraten. 2008 wurden rund 1005 Titel aus dem Japanischen übertragen, 2009 waren es fast 550 – ein fünffacher Sprung nach vorn. Die Aschewolke, die im Frühjahr 2010 den Flugverkehr über Europa lahm legte, hat auch den Lizenzhandel ausgebremst. Denn dadurch platzten viele Geschäftstermine auf der London Book Fair, er wichtigsten Frühjahrs-Lizenzbörse der Branche. Doch während sich abgesagte Treffen nachholen lassen, können die Verlage gegen die Finanzkrise, die 2009 vor allem auf die Märkte in USA, Großbritannien und Osteuropa durchschlug, wenig ausrichten. Die Folgen zeigen sich in der Lizenzstatistik des vergangenen Jahres. 2009 sind 6.278 Rechte ins Ausland verkauft worden – knapp 17,5 % weniger als im Vorjahr (7.605).
Damit gibt es im Lizenzhandel eine wenig erbauliche Konstante: Denn schon von 2007 auf 2008 war die zahl der verkauften Rechte um 17,5 % zurückgegangen. Der Rekordwert des Jahres 2007, als 9.225 Bücher made in Germany internationale Abnehmer fanden, ist damit in weite Ferne gerückt.
Wichtigster Markt ist und bleibt Europa. Hier wurden 71,6 % aller Verträge unterzeichnet (Vorjahr: 73 %). Gleichzeitig gibt es hier, wie schon 2008, auch den größten Einbruch – 2009 sind rund 1.000 Lizenzverkäufe weniger zustande gekommen als im Jahr zuvor. Diesmal sind es allerdings weniger die klassischen europäischen Handelspartner, die für hohe Verluste sorgen, sondern vor allem die besonders krisengebeutelten Länder in Osteuropa. Gerade hier hatten die deutschen Verlage bislang viele Rechte verkauft, auch 2008 erwiesen sich die ehemaligen Ostblock-Staaten als besonders verlässliche Partner. Das hat sich im vergangenen Jahr ganz klar geändert. Ins Stocken kam vor allem der Lizenzhandel mit Polen (524 Lizenzen, 260 weniger als 2008), mit Russland (217 Lizenzen, 230 weniger als 2008) und mit der Tschechischen Republik (434 Lizenzen, 120 weniger als 2008). Deutlich zurückgegangen sind aber auch die Abschlüsse mit Italien (320 Lizenzen, 140 weniger als im Vorjahr), mit Frankreich (253 Lizenzen, rund 50 weniger als im Vorjahr) und mit Spanien (357 Lizenzen, ebenfalls 50 weniger als im Vorjahr). Dennoch gehören all diese Länder nach wie vor zu den wichtigsten Lizenzpartnern der deutschen Verlage.
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